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Zen-Geschichte: Erleuchtung um jeden Preis?



Fotolia © gallagan
Es war einmal ein neuer, noch sehr junger Zen-Schüler ins Kloster gekommen. Der junge Mann war schon sehr bald für seinen großen Eifer, mit dem er seine Übungen machte, bekannt.

Er meditierte Tagaus Tagein mit Hingabe und wollte die Meditation auch nicht zum Essen oder Schlafen unterbrechen. Der Schüler wurde immer dünner und seine Müdigkeit nahm stetig zu.

Schließlich rief der Meister ihn zu sich und meinte gütig: „Du solltest langsamer vorangehen und dir nicht zu viel abverlangen.“

Der Schüler wollte das aber gar nicht hören und schon gar nicht umsetzen.

So wollte der Meister von ihm wissen, warum er es denn so eilig habe.

Der Schüler entgegnete: „Meister, ich strebe nach der Erleuchtung. Da darf ich doch keine Zeit verlieren."

Und der Meister fragte: „Woher weißt du denn, dass die Erleuchtung vor dir herläuft? Hast du sie gesehen, so dass du ihr ständig hinterherlaufen musst?“

Der Schüler schüttelte fast unmerklich den Kopf.

Da fuhr der Meister wohl fort: „Es wäre doch auch möglich, dass sie hinter dir ist. In diesem Falle musst du nichts weiter tun als anzuhalten. Dann wirst du dich ihrer bewusst ...“


Nacherzählt nach Feldman / Kornfield „Stories of the Spirit“.

Eine kleine Zen-Geschichte


Es kamen einmal ein paar Suchende zu einem alten Zen-Meister. „Herr“, fragten sie, „was tust du, um glücklich und zufrieden zu sein? Wir wären auch gerne so glücklich wie du.“

Der Alte antwortete mit mildem Lächeln: „Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich.“

Die Fragenden schauten etwas betreten in die Runde. Einer platzte heraus: „Bitte, treibe keinen Spott mit uns. Was du sagst, tun wir auch. Wir schlafen, essen und gehen. Aber wir sind nicht glücklich. Was ist also dein Geheimnis?“

Es kam die gleiche Antwort:  „Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ist und wenn ich esse, dann esse ich.“

Die Unruhe und den Unmut der Suchenden spürend fügte der Meister nach einer Weile hinzu: „Sicher liegt auch Ihr und Ihr geht auch und Ihr esst. Aber während Ihr liegt, denkt Ihr schon ans Aufstehen. Während Ihr aufsteht, überlegt Ihr wohin Ihr geht und während Ihr geht, fragt Ihr Euch, was Ihr essen werdet. So sind Eure Gedanken ständig woanders und nicht da, wo Ihr gerade seid. In dem Schnittpunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft findet das eigentliche Leben statt. Lasst Euch auf diesen nicht messbaren Augenblick ganz ein und Ihr habt die Chance, wirklich glücklich und zufrieden zu sein.

(Quelle: Internet)